Ein Mensch in abgetragener Kleidung schlurft am Eingang des Diskontsupermarktes vorbei. Seine blau gefärbten Lippen sitzen zwischen den eingefallenen Wangen. Das Haar ruht ungeduldig auf seinem Haupt. Der schwarzhaarige Bub in Jogginghosen streckt seine Hand nach meinem Einkauf aus. Die hagere Frau im langen Kleid trägt weiße Socken zu beigefarbenen Plastikschlapfen. Ihr ausgezehrtes Gesicht hat es eilig. Mit der linken Hand schleift sie das große Kind, mit der rechten schiebt sie das kleine.

Aus dem schlanken Kupferrohr plätschert das Wasser friedlich in den polygonalen Betonbrunnen. Menschen in bunter Kleidung aus Baumwolle oder Viskose entscheiden sich für Aubergine und Avocado auf orangefarbenen Süßkartoffelnudeln. Ein süßer Wind umspielt meine Wangen. Die Kirchenglocken läuten und laden uns zum Essen ein. Aus gar nicht allzu weiter Ferne singt die Trompete “so ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehen.”

Verortet im Unterland.

 

© Sandra Bauer-Wagner 2018

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